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Augen zu und Karte durch

Na, hängt Ihr auch tief im Sommerloch fest? Das Highlight des Jahres ist vorbei, man fragt sich ganz theatralisch nach dem weiteren Sinn des Daseins und geht eine intensive Beziehung mit seiner Couch ein. Laufschuhe und Rad werden ignoriert, der Begriff „Athletiktraining“ ist komplett aus dem Kopf gestrichen. Null Motivation und null Bock, dafür aber Knieschmerzen, die mein schlechtes Gewissen beruhigt haben einig2016-07-21 07.15.22 1.jpge Zeit faul zu sein. Und weil man bekanntlich viel zu viel Zeit hat, mit der man viel zu wenig anzufangen weiß, das Sortiment in allen gängigen beliebten Online-Shops schon auswendig kennt, kommen einem seltsame Gedanken in den Kopf. „…und ja, ich möchte auch irgendwann doch einen richtigen, echten Ironman machen. Nicht irgendwann, aber 2018. :-)…“

Erstens kommt es anders…

Das war einer meiner letzten Sätze in meinem letzten Blog. Aus tiefster Überzeugung habe ich den geschrieben, ganz fest in meinem Kopf war das manifestiert. 2017 als Trainingsjahr nutzen, 2 Mitteldistanzen machen, einen Marathon laufen und dann 2018 ab nach Roth. Das war mein Plan. Zumindest für eine Woche. Dann fand ich mich auf der Ironmanseite wieder und studierte Renninfos, Teilnehmerlisten, Zielzeiten und alles was das Triathleten-Herz begehrt. Schlief nochmal eine Nacht drüber. Studierte wieder die Rennseite. Schaute ein Video von der Radstrecke an. Und dann zack. War ich angemeldet. Angemeldet für den Ironman Frankfurt.

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Was soll´s…

Oh. Den ersten, schwierigsten Teil hatte ich also schon mal erledigt. Bei der Eingabe der Kreditkarten – Daten und beim „Senden“, merkte ich wie der erste „Angstschweiß“ sich breit machte. Das erste Intervalltraining für die Langdistanz war also erledigt, mein Maximalpuls von 200 erreicht. Was hab ich da bloß gemacht!?! Das fragte sich wahrscheinlich auch mein Freund, der von dem „Projekt 226“ nicht wirklich begeistert ist. Aber wie soll er auch. Er ist schließlich noch nie 180km Rad gefahren und anschließend einen Marathon gelaufen. Ach ja, ich auch nicht. Aber ich habe mir das innerlich schon mal vorgestellt. Er nicht. Glaube ich. Und überhaupt. Was soll´s – ist jetzt so.

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Es gibt vielleicht klügere Ideen, als sich mit meinen wenigen Trainingsjahren für einen Ironman anzumelden, aber wer in seinem Leben immer nur kluge Entscheidungen gefällt hat, der sitzt wahrscheinlich jetzt in (s)einem spießigen Leben fest und wird sich in 15 Jahren nach der Zeit zurücksehnen, in der man alles noch hätte machen können. Im Kopf habe ich schon mal zwei Trainingslager gebucht, einmal nach Weihnachten, einmal im März, der Frankfurt Marathon im Oktober steht sowieso auf meiner Bucket List, was soll´s also… Wir schon schief gehen. Und wenn nicht…..Moment, es gibt kein wenn nicht… Denn in ganz wichtiges Zitat fand sich in meiner „Langdistanz-Findungsphase“ auf meiner Facebookseite wieder: „Um große Dinge zu erreichen, müssen wir nicht nur handeln, sondern auch träumen, nicht nur planen, sondern auch glauben.“ Bähm. Das hat gesessen. Der Verfasser dieses Kommentars hat genau die richtigen Knöpfe gedrückt. Dreimal durchgelesen und dann festgestellt. Das ist es. Und deswegen mache ich das jetzt auch. Man glaubt sowieso viel zu wenig an sich.

Damit Kolja auch nachvollziehen kann, warum das Happening „Ironman“ absolut erlebenswert ist, startet er am Sonntag beim Ironman 70.3 Wiesbaden. Und dann werden wir mal sehen. Was er danach sagt. Und überhaupt….Wohin die Reise 2017 doch noch für uns geht…..

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3 Kommentare zu „Augen zu und Karte durch

  1. Hi liebe Julia,

    also erst einmal, das mit dem Angstschweiß und der Kreditkartendateneingabe kenne ich. Das geht mir selbst bei kurzen Distanzen so. Die IM Anmeldung war echt nicht einfach, aber es ist so cool. Jedes Mal. Dann steht der Plan und man weiß plötzlich, wieso man das alles eigentlich macht. Für genau dieses Ziel. *tränenindenaugen* Kann wohl kaum jemand nachvollziehen, der unseren Sport nicht so sehr liebt. Nun in jedem Fall, würde ich es mega finden, dich an der Startlinie zu treffen.

    Kein Angst vor den 180km auf dem Rad. Bis vergangenes Jahr war ich niemals allein mit dem Rad unterwegs und bin keine Strecke über 120km gefahren. Plötzlich im späten Frühjahr rauschte ich Sonntag um Sonntag ganz allein diese Distanz über die Landstraßen. Was soll ich sagen. Es war herrlich. Wirklich unfassbar herrlich.

    Den Marathon im Anschluss, also da gibt es nichts zu beschönigen. Ist eben ein Marathon, den man nach einem schon ohnehin endlos langem Tag läuft. Man macht es einfach. Ich glaube das ist der Moment, in dem Kopf aussetzt. Also das wird!

    Liebe Grüße,
    Din

    P.S. TCE war super und es war so toll, dass du auch dabei warst.

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    1. Hallöchen Din,
      ich weiss nicht ob mir das Mut macht oder die Angst noch größer! 🙂 Aber Du hast recht, am Ende läuft und radelt es sich von ganz allein!
      Vielleicht schaffen wir es vor Frankfurt ja zu einer gemeinsamen langen Radausfahrt – dann freue ich mich, wenn Du mich in die Langdistanz – Geheimnisse einweihst! 🙂 Liebe Grüße in die Hauptstadt!

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      1. Hi Julia, Angst gehört schon mit dazu, aber sie darf eben nicht die Oberhand gewinnen. Mich schützt der nötige Respekt meist vor Dummheiten und so eine Langdistanz einfach unglaublich! Nur deshalb muss ich diesen Spaß auch direkt noch einmal angehen. Du wirst sehen, es wird hart, aber es wird auch ganz großartig.

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