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Wenn der Vater sagt “Jetzt mach aber mal halblang” und die Tochter nur “Mitteldistanz” versteht

Beim letzten Mal hatte ich es schon angedeutet. Jetzt habe ich die Gewissheit.

Bei  der Vergabe meiner Gene muss irgendwas schief gelaufen sein. Was ich an sportlichem Talent zu wenig in die Wiege gelegt bekommen habe, gab’s in Punkto Euphorie und Begeisterungsfähigkeit gleich doppelt. „Wenn der Vater sagt “Jetzt mach aber mal halblang” und die Tochter nur “Mitteldistanz” versteht“ weiterlesen

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Angespornt Teil 2, Plantarsehnenentzündung

Seit etwa fünf Monaten setze ich mich bewusst mit meinem schmerzenden Fuß auseinander. Seit genau einem Jahr leide ich unter latenten Schmerzen unter der Fußsohle. Und seit drei Monaten weiß ich, dass es eine Plantarsehnenentzündung ist. (ohne röntgendiagnostisch erkennbaren Fersensporn) Ich habe viel über Fersensporn und Plantarsehnenentzündungen gelesen, wollte mir aber nicht so richtig eingestehen, dass ich mich dringend einer Behandlung unterziehen sollte.

Nach dem Berlin Triathlon im Juni ging es dann allerdings nicht mehr anders. Das morgendliche Aufstehen wurde zur Qual. Jedes Aufstehen, sogar das am Arbeitsplatz oder am Esstisch, wurde zur Qual. Der Anlaufschmerz ist eines der ersten Merkmale für einen Fersensporn oder eine Plantarsehnenentzündung. Die Behandlungsmethoden sind weitestgehend identisch. Ziemlich wahrscheinlich hat bei mir die ganze Misere im September 2013 im Urlaub angefangen. Ein zu harter Straßenschuh, bei dem mir ab und zu nach Spaziergängen der linke Fuß geschmerzt hat. Es sind also nicht immer nur sportspezifische Faktoren ausschlaggebend für diese Verletzung.

Ziemlich wahrscheinlich ist allerdings auch, das vor allem Menschen mit einer schlecht ausgebildeten oder vernachlässigten Wadenmuskulatur anfällig sind. Die fehlende Flexibilität der Wade und vor allem auch der Fußgelenke  begünstigt oftmals eine Fehlbelastung des betroffenen Fußes. Ich habe die Problematik aktuell ganz gut in den Griff bekommen. Folgendermaßen bin ich das Thema angegangen: Beginnend mit einem Schmerz von 10, auf einer Skala von 1-10 ( wenig bis sehr schmerzhaft) habe ich meine Therapie mit der Stoßwelle begonnen. In der Praxis Theramedicom hat Dr. med. Peter Dietrich die Behandlung wie folgt durchgeführt: 4×10 min mit jeweils 1 – 1 1/2 Wochen Pause dazwischen. Während dieser 5 Wochen habe ich leicht die Wadenmuskulatur gedehnt. Anfangs 1-2x am Tag, dann immer häufiger bis hoch auf 4-6x. Als Einfachste und sinnvollste Übungen hierzu haben sich das Dehnen auf der Treppenstufe (mehrmaliges Absenken der Wade)und die „Fußgelenksarbeit“ im Türrahmen erwiesen. Hierbei ist es absolut wichtig, auf den Körper zu hören. Mir hat es geholfen leicht in den Schmerz zu dehnen und einige Sekunden in der Position zu verharren. Bei der „Fußgelenksarbeit“ geht man ähnlich wie bei einer Kniebeuge in die Hocke, mit dem Hintern so tief wie möglich, ohne dabei aber zu viel Druck auf dem vorderem Schienbein zu haben. Um nicht das Gleichgewicht zu verlieren, ist es Anfangs möglich, sich am Türrahmen festzuhalten. Eine weitere gute Übung ist es, mit dem Knie innerhalb des Türrahmen (oder vor einer Wand) so weit wie möglich in die Dehnung nach vorne zu kommen. Hierbei bleibt der andere Fuß parallel nach hinten gestellt und darf nicht mit der Ferse den Boden verlassen. Mit der Zeit wird der Abstand zum Türrahmen immer größer und die Beweglichkeit der Fußgelenke immer besser. Zwischendurch bewegte ich mich schmerzenstechnisch immer mal zwischen 6-10 auf der Skala. Es gab gute Tag, es gab aber auch schlechte Tage. Weiterhin habe ich mit allen möglichen Spielzeugen, welche man gern unter dem Begriff „Faszientraining“ zusammenfasst, gearbeitet.

  • Igel- und Golfball:  mehrmals täglich zur Anregung der Durchblutung gerollt ( ja es schmerzt, aber es wird weniger mit der Zeit)
  • Blackroll orange:  Waden- und Oberschenkelmuskulatur gerollt
  • The Stick:  Hiermit ausgiebig die Wade bearbeiten.(am besten durch eine weitere Person, so kann man besser entspannen) Durch die Massage wird die Durchblutung gefördert und man kann es tatsächlich ertasten, wie die kleinen Verklebungen in der Muskulatur weniger werden.

10487413_10152357154702851_7430902210757120564_n Durch diese konsequente Routine stellte sich eine erste Besserung ein, so dass ich zwischenzeitlich schmerztechnisch auf der Skala bei 4-5 lag. Doch leider ist mir unterwegs die Puste ausgegangen. Ich habe weniger gedehnt und mich noch weniger bewegt. Die Schmerzskala stieg wieder bis auf 8 an. Bequemlichkeit wird scheinbar sofort bestraft. Mit großer Panik und vielen Artikeln über 12 Monate Pause im Hinterkopf habe ich mich in der Apotheke mit allem eingedeckt was ging. Schüssler Salze, Enelbin-Paste und Wobenzym Plus. An den Schüssler Salzen habe ich allerdings nach wenigen Tagen den Spaß verloren, weil ich den Geschmack nicht mochte. Silicea soll, laut unterschiedlichster Apotheker, ein wirksames Mittel zur Bekämpfung sein. Dazu eine Anpassung von Orthopädischen Einlagen, die ich seit gut 14 Tagen nun konsequent täglich trage. Ein leichter „Keil“ vor dem Fußballen soll das Fußgewölbe entlasten und die Zehen „strecken“. Ich habe auch von positiven Ergebnissen mit einer Eigenkonstruktion zur Streckung gehört. Hierzu wickelt man mit Alufolie eine lange Rolle, die beginnend von oben beginnen am kleinen Zeh um jeden einzelnen Zeh gelegt wird. Abwechselnd von oben nach unten, bis man mit einem Ring um den großen Zeh abschließt. Wenn die Alufolie drückt, kann man diese mit Kleenex polstern. Die Streckung der Zehen soll die Durchblutung der Sehne fördern. Weiterhin hab ich Über Nacht den Fuß mit Enelbin-Paste kalt einbandagiert. Anfangs 7 Tage hintereinander, jetzt nur noch sporadisch, nach schmerzhaften oder anstrengenden Tagen. Aktuell, im bewussten dritten Monat mit der Entzündung geht’s seit knapp 3 Wochen stetig bergauf. Ich nehme momentan 3x täglich Wobenzym Plus. Anfangs 9 Tabletten, jetzt höher dosiert 12 Tabletten am Tag. Was soll ich sagen, es wird von Tag zu Tag besser. Auf der Schmerzskala liege ich aktuell bei 1-2. Der Anlaufschmerz ist weitestgehend komplett verschwunden. Sowohl morgens als auch am Tage. Ich dehne weiterhin fleißig, vor allem während langen „sitzenden Aktivitäten“ im Büro. Hier hilft es zwischendurch immer mal wieder die Zehenspitzen anzuziehen und einige Sekunden in der Position zu verharren. Letztlich kann ich nicht mit 100%er Sicherheit sagen, was mir nun geholfen hat. Allerdings deutet alles darauf hin, dass die Kombination von Wobenzym Plus und der täglichen Übungen einen sehr großen Anteil am Heilungsprozess haben. Geduld und Konsequenz zahlt sich auch in diesem Fall aus. Eine Laufpause habe ich vorsichtshalber eingelegt, jedoch wird der Fuß nicht komplett geschont. Eine korrekte Abrollphase des Fußes ist enorm wichtig, man sollte keinesfalls versuchen eine Schonhaltung einzunehmen. Zu Beginn habe ich das Laufen auf harten Böden / Schuhen vermieden. Je gepolsterter, desto besser. Jetzt ist es an der Zeit die Muskulatur ud das Fußgewölbe zu stärken. Am besten durch Barfußlaufen auf weichen Böden. Vorgenommen habe ich mir, noch 1-2 Wochen die Übungen konsequent durchzuziehen, um dann mit dem leichten Lauftraining zu beginnen. Das Lauf-ABC wird dann wohl unerlässlich im Training werden, ebenso werde ich weiterhin konsequent alle Dehnübungen verfolgen. Sollte es da draußen noch weitere „Schmerzgeplagte“ geben, freue ich mich über den Austausch von Erfahrungen und Geheimtipps! Bis dahin wünsche ich – sofern notwendig – gute Besserung! Bei For Three Basketball  bekommt Ihr übrigens alle Blackroll-Artikel und eine super kompetente Beratung. „The Stick“ und den Stick für die Triggerpointmassage sind hier zu finden. Stay healthy! Liebe Grüße J. Foto: A.Steffen